Eiswerke am Schreventeich in Kiel

Ein Bei­trag von Karen Heide in TOP 44

Im Win­ter 1900/1901 war es sehr kalt in Nord­deutsch­land. Wegen des star­ken Fros­tes ruh­ten die Arbei­ten am Stadt­rand von Kiel, wo  „auf der grü­nen Wiese“ der Hohen­zol­lern­park1 und ein Neu­bau­ge­biet ange­legt wer­den soll­ten. Seit Früh­jahr 1900 waren bis zu 350 vor allem ita­lie­ni­sche und pol­ni­sche Arbei­ter damit beschäf­tigt, die um den Schreven­teich gele­ge­nen Pacht­gär­ten zu roden, neue Stra­ßen anzu­le­gen und die Grund­stü­cke für die Bebau­ung zu erschlie­ßen. Auch das Elek­tri­zi­täts­werk an der Hum­boldt­straße befand sich gerade im Bau. Nun, im kal­ten Januar 1901, konnte nicht gear­bei­tet wer­den. Alles andere als Ruhe herrschte jedoch auf dem zuge­fro­re­nen Teich. Neben Schlitt­schuh­läu­fern sorg­ten Män­ner bei der Eis­ernte für reges Trei­ben. Die Kie­ler Zei­tung berich­tete am 5. Januar 1901:

„Auf dem Schreven­teich bot sich Frei­tag (d.i. 4.1.01) ein außer­or­dent­lich inter­es­san­tes und leben­di­ges Bild. Beide dort bele­ge­nen Eis­werke waren mit vol­lem Betrieb bei der Ern­tear­beit, die zahl­rei­che Arbei­ter beschäf­tigte. Ein Theil der­sel­ben war auf der Flä­che selbst pos­tiert, um die ca. 10 Zen­ti­me­ter star­ken Eis­schol­len los­zu­sä­gen, die dann auf den durch die Sägen geöff­ne­ten brei­ten Kanä­len mit­tels lang­schäf­ti­ger Boots­haken nach den gro­ßen Eis­schup­pen ver­flößt wer­den. Wäh­rend die Eis­mas­sen am Mord­horst­schen Schup­pen durch ein dampf­ge­trie­be­nes Peteregter-Schöpfwerk zur Dach­höhe empor­ge­ho­ben wer­den und von oben in das Gebäude ein­ge­füllt wer­den, füh­ren von der Front des Spei­chers der ‚Kie­ler Eis­werke’ eine Anzahl schma­ler Stich­ka­näle vom Teich unter dem Ufer hin­durch vor die offe­nen Thore des Schup­pens. Durch diese Kanäle wer­den die Schol­len und Split­ter bis zu dem am Ende befind­li­chen, oben geöff­ne­ten Schacht diri­giert und dort mit­tels Hand­win­den empor­ge­ho­ben und im Schup­pen ver­teilt. Indem zunächst der ganze Boden mit einem Par­kett aus Eis­schol­len belegt wird, die Fugen sodann mit Eis­grus aus­ge­füllt wer­den und das Ganze schließ­lich fest ver­stampft wird, so dass alles lücken­los zusam­men­friert. Auf die erste wird dann eine zweite, dritte u.s.w. Schicht auf­ge­bracht, bis der Schup­pen, falls das Frost­wet­ter so lange anhält, von einem gewal­ti­gen, nach und nach auf­ge­mau­er­ten Eis­block ange­füllt ist.“2

Das Frost­wet­ter hielt an und die Eis­ernte war in jenem Win­ter der­ar­tig erfolg­reich, dass einige Tage spä­ter bei den ‚Kie­ler Eis­wer­ken’ ein wei­te­rer Lager­raum ange­baut wurde.3 Doch kaum einen Monat spä­ter begann der Anfang vom Ende der Eis­häu­ser am Schreven­teich. Die Ver­mes­sung des Gelän­des und der Aus­hub der ers­ten Park­wege erfolg­ten ab Februar 1901. Die Anlage des Parks war mit umfang­rei­chen Erd­be­we­gun­gen ver­bun­den, und im Sep­tem­ber des Jah­res ist in der Zei­tung nur noch von dem „frü­he­ren, bis auf die letzte Wand abge­tra­ge­nen Eis­schup­pen“4 die Rede.

Von die­sen Gebäu­den sind heute Spu­ren nicht ein­mal mehr zu erah­nen, und der glück­li­cher­weise rela­tiv aus­führ­li­che Zei­tungs­ar­ti­kel ist eines der weni­gen Doku­mente, die die Exis­tenz der Eis­schup­pen in Kiel bezeu­gen. Foto­gra­fien konn­ten bis­her nicht ermit­telt wer­den.

Die­ser spär­li­che Befund trifft all­ge­mein zu auf diese Anla­gen, die je nach Größe und Lage als Eis­gru­ben, Eis­kuh­len, Eis­kel­ler, Eis­kam­mer, Eis­schup­pen, Eis­häu­ser, Eis­ma­ga­zine oder Kühl­häu­ser bezeich­net wur­den. Sobald diese äußerst pro­fa­nen Ein­rich­tun­gen ihren Nutz­wert ver­lo­ren hat­ten, wur­den sie unin­ter­es­sant und erhiel­ten keine kul­tur­his­to­ri­sche Wert­zu­schrei­bung. Heute kön­nen in Schleswig-Holstein nur noch wenige Eis­la­ger, meist auf Guts­hö­fen gefun­den wer­den. Sie zeich­nen sich dem­entspre­chend durch eine ver­gleichs­weise auf­wän­dige Archi­tek­tur aus.5

In den Eis­la­gern konnte das Natureis bis zu meh­rere Monate lang ver­wahrt wer­den. Die Auf­be­wah­rungs­dauer war abhän­gig von Stand­ort, Bau­art, Art und Umfang der Iso­lie­rung (zum Bei­spiel Torf) sowie den Wet­ter­ver­hält­nis­sen. Um die Ent­wick­lung des Eis­han­dels und sei­ner Ein­rich­tun­gen in Kiel ein­ord­nen zu kön­nen, folgt ein kur­zer Über­blick über die lange Geschichte der Schnee- und Eis­ver­wen­dung.

Als natür­li­che Res­source ste­hen Eis und Schnee dort zur Ver­fü­gung, wo Was­ser und kalte Luft auf­ein­an­der tref­fen, was jedoch nur in bestimm­ten, zugäng­li­chen Regio­nen regel­mä­ßig der Fall ist. Den­noch exis­tie­ren weit zurück­rei­chende Belege über die Nut­zung von Eis zu beson­de­ren Anläs­sen sowie über den Trans­port und Han­del mit dem flüch­ti­gen Gut. Ull­rich Hell­mann zitiert aus einem 1140 v. Chr. ver­fass­ten chi­ne­si­schen Gedicht, in dem ein Eis­ge­wölbe erwähnt wird,6 und führt etli­che lite­ra­ri­sche Belege über den Gebrauch von Eis und Schnee an, von ori­en­ta­li­schen Mär­chen über die Bibel, antike Schrif­ten bis zu Rei­se­be­rich­ten.7 Die gefun­de­nen Belege wei­sen dar­auf hin, dass die raum­küh­lende Wir­kung von Eis und Schnee und der Ver­zehr gekühl­ter Spei­sen und Getränke seit Lan­gem welt­weit in den geho­be­nen Gesell­schafts­schich­ten geschätzt wur­den. Schnee­ge­kühlte Früchte, Sor­bet und Eis­was­ser wur­den ser­viert, in som­mer­li­chen Lust­gär­ten wur­den Schnee­berge auf­ge­türmt und Bade­was­ser gekühlt. „Mar­tial berich­tet, daß Eis­was­ser teu­rer sein kann als der damit gekühlte Wein.“8 Neben dem Abbau von gefro­re­nen Gewäs­sern und Bergg­let­schern wurde selbst in war­men Gegen­den Eis in auf­wän­di­gen Ver­fah­ren her­ge­stellt, wie Beschrei­bun­gen über die Erzeu­gung von Ver­duns­tungs­kälte aus dem 5. Jahr­hun­dert v. Chr. (Ägyp­ten) und aus dem frü­hen 19. Jahr­hun­dert (Indien) bele­gen. Neben phy­si­ka­li­schen wur­den auch che­mi­sche Pro­zesse zur Käl­te­er­zeu­gung genutzt, indem Sal­pe­ter mit Was­ser gemischt wurde.9

Von Ita­lien und Spa­nien über Frank­reich gelang­ten Eis und Schnee auf den Tafeln der Rei­chen schließ­lich auch nach Deutsch­land. Bis zum Ende des 1800 Jahr­hun­derts wird in den Quel­len Eis immer noch als Luxus­gut beschrie­ben, wenn auch bereits im öffent­li­chen Ver­kauf. „Der Flo­ren­ti­ner Pro­cope Cou­teaux, ver­mut­lich ein Nach­komme der Ita­lie­ner, die im 16. Jahr­hun­dert … nach Frank­reich kamen, hatte 1671 im ‚Café Pro­cope‘ [in Paris; Anm. d. V.] den Genuß gefro­re­ner Frucht­säfte einem grö­ße­ren Publi­kum zugäng­lich gemacht“, und wenig spä­ter waren Eis­her­stel­ler in einer Innung ver­eint, die unter ande­rem „eaux de gelée & gla­ces de fruit & de fleut, d’anis & de canelle“ anbo­ten. Hell­mann wei­ter: „Rezepte für Gefro­re­nes konnte man in Wien schon 1701 in einem Koch­buch … nach­le­sen. Man hatte sich im Ver­laufe der Jahre so sehr an diese Genüsse gewöhnt, daß in mil­den Win­tern die Befürch­tung auf­kam, wegen des Man­gels an Eis werde es bald keine Eis­spei­sen mehr geben, wie Lud­wig van Beet­ho­ven 1793 bemerkte.“10

Es zeigt sich, dass Eis zwar kein sel­te­nes Gut war, lange Zeit jedoch offen­bar kein Inter­esse daran bestand, es zu einer all­ge­mein und immer zugäng­li­chen Ware zu ent­wi­ckeln. Bis zum Ende des 18. Jahr­hun­derts blieb der Han­del mit Eis ins­be­son­dere in war­men Län­dern ein mono­po­li­sier­tes und kon­zes­sio­nier­tes Geschäft mit rela­tiv gerin­ger Nach­frage und gerin­ger wirt­schaft­li­cher Bedeu­tung als „Aus­druck von Luxus dort, wo es natür­li­cher­weise nicht vor­kommt, und damit ein Pri­vi­leg der weni­gen, denen das Ver­hält­nis von Auf­wand zu Nut­zen im Sinne einer wirt­schaft­li­chen Berech­nung gleich­gül­tig sein kann.“11

Der Abbau von gefro­re­nem Was­ser war durch­aus auch für Bau­ern mög­lich. Doch selbst für die­je­ni­gen Bau­ern, Fisch­händ­ler und Schlach­ter, die ihre Ware bis zum Ver­kauf auf dem Markt damit gekühlt haben mögen, schien der Han­del mit dem rest­li­chen Küh­leis ein mar­gi­na­ler Neben­er­werb, denn im bäu­er­li­chen und auch städ­ti­schen All­tag spielte Eis in der all­täg­li­chen Lebens­mit­tel­hal­tung anschei­nend keine nen­nens­werte Rolle. Brun­nen, Kel­ler, (in der Regel nach Nor­den plat­zierte) Spei­se­kam­mern oder auch ent­spre­chend gefer­tigte Gefäße genüg­ten, meist unter Ver­wen­dung von Ver­duns­tungs­kälte, zur Küh­lung von frisch zu ver­zeh­ren­den Milch­pro­duk­ten, Fisch und Fleisch. Andere Kon­ser­vie­rungs­me­tho­den wie Ein­le­gen, Pökeln, Räu­chern, Trock­nen, spä­ter auch Ein­ko­chen, waren wet­ter­un­ab­hän­gig und län­ger­fris­tig anzu­wen­den. Zudem wurde der Spei­se­plan von Getrei­de­s­pei­sen beherrscht, und „in vie­len Fami­lien stellte sich das Kühl- und Vor­rats­pro­blem über­haupt nicht in die­sem Maße. Wer ohne­hin von der Hand in den Mund lebte und gerade den täg­li­chen Ein­kauf finan­zie­ren konnte, der brauchte sich um Küh­lung … keine Sor­gen zu machen.“12 Erst seit sich ab 1800 die Nach­frage stär­ker ent­wi­ckelte, sind Lie­fe­run­gen durch Bau­ern belegt, so zum Bei­spiel an den Frank­fur­ter Kon­di­tor S. Roeder, der 1820 einen Eis­sa­lon betrieb und die dazu not­wen­dige Eis­grube anlegt hatte.13

Nur lang­sam ent­wi­ckelte sich ent­spre­chend der je unter­schied­li­chen Bedin­gun­gen in den ein­zel­nen Län­dern eine grö­ßere Nach­frage nach Eis. Der ame­ri­ka­ni­sche Gewürz­händ­ler Fre­de­ric Tudor (1783–1864) gilt als Pio­nier des kom­mer­zi­el­len Eis­han­dels, der sein Geschäft 1805 mit einer Schiffs­la­dung von 130 Ton­nen Eis nach Mar­ti­ni­que begann. „Das über weite Ent­fer­nun­gen gehan­delte Eis ver­bin­det Nord­ame­rika bald mit Süd­ame­rika, mit Indien und Aus­tra­lien, ver­bin­det Nord­eu­ropa mit Mit­tel­eu­ropa und Afrika, läßt Lon­don zum Han­dels­ge­biet für nor­we­gi­sches und ame­ri­ka­ni­sches Eis wer­den. 1822 trifft die erste nor­we­gi­sche Schiffs­la­dung in Groß­bri­tan­nien ein.“14 So wur­den bereits 1835 in Kal­kutta in einer drei­wan­di­gen Eis­kam­mer 30.000 Ton­nen Eis ein­ge­la­gert, die aus Ame­rika ver­schifft wor­den waren.15

Von Bos­ton aus­ge­hend wei­tete sich der ame­ri­ka­ni­sche Eis­ab­bau und –han­del, der immer umfang­rei­cher ratio­na­li­siert und tech­ni­siert wurde, im 19. Jahr­hun­dert zu einer rie­si­gen Indus­trie mit ent­spre­chen­der Beein­träch­ti­gung der Natur aus. Es ent­stan­den große Abbau­ge­biete unter ande­rem am Kennebec-Fluß in Maine, wo um 1880 Lager­hal­len für ca. 4,5 Mill. Mark errich­tet wor­den waren, die die Gewin­nung und Lage­rung von 1.250.000 Ton­nen sau­be­ren und kris­tall­rei­nen Eises ermög­lich­ten. In die­ser Zeit ver­langte allein der ame­ri­ka­ni­sche Markt bereits nach ca. 5 Mill. Ton­nen Natureis. Um 1900 wur­den 25 Mill. Ton­nen ver­mark­tet. Allein am Hudson-River wur­den in 125 Eis­häu­sern über 13 Mill. Ton­nen Eis gela­gert.16 Die auf­kom­men­den Medien wur­den genutzt, um die Nach­frage nach Küh­leis bis in die Pri­vat­haus­halte hin­ein­zu­tra­gen. In allen Berei­chen der Lebens­mit­tel­pro­duk­tion, –lage­rung und im Trans­port wurde es ver­wen­det, vor­nehm­lich in der Fleisch­ver­ar­bei­tung und vor allem in Braue­reien. Tau­sende von Arbeits­plät­zen ent­stan­den und spe­zi­elle Geräte wur­den ent­wi­ckelt, um das Eis in regel­mä­ßi­gen Blö­cken abbauen und lagern zu kön­nen.17 Die Pro­bleme bei Gewin­nung, Trans­port und Auf­be­wah­rung der ver­gäng­li­chen Ware führ­ten je nach loka­len Bedin­gun­gen zu vie­len ver­schie­de­nen, aber auch ver­gleich­ba­ren Lösun­gen in Form von in die Erde gebau­ten Eis­be­häl­tern über große Eis­häu­ser bis zu klei­nen mit Zink­blech ver­klei­de­ten Holz­schrän­ken für die Küche und in Form von Iso­la­ti­ons­ma­te­rial, wozu häu­fig Stroh bzw. Spreu, Torf und Luft ein­ge­setzt wur­den.

Illustration zur Eisernte der Norddeutschen Eiswerke in Rummelsburg, um 1896. Original in der TU Berlin. Aus: Heintze 2012, S. 35.
Illus­tra­tion zur Eis­ernte der Nord­deut­schen Eis­werke in Rum­mels­burg, um 1896. Ori­gi­nal in der TU Ber­lin. Aus: Heintze 2012, S. 35.

In Europa began­nen die Nor­we­ger um 1820 mit dem Export von Eis aus Seen, von Glet­schern und aus dem Oslof­jord. Nor­we­gen war bereits zum größ­ten Küh­leis­händ­ler avan­ciert, als am Ende des 19. Jahr­hun­derts in ande­ren Län­dern die kom­mer­zi­elle Natureis­ver­wer­tung mit Hilfe des inzwi­schen ent­stan­de­nen Eisen­bahn­net­zes ver­stärkt betrie­ben wurde. Ame­ri­ka­ni­sche Aus­maße wur­den jedoch bei Wei­tem nicht erreicht. Die größte Anlage in Deutsch­land, die „Nord­deut­schen Eis­werke“, stand am Rum­mels­bur­ger See bei Ber­lin, wo in den 1880er Jah­ren in neun Schup­pen ca. 50.000 Ton­nen Eis gela­gert wer­den konn­ten. Die Firma betrieb Depen­dan­cen unter ande­rem in Köpe­nick, Plöt­zen­see, Han­no­ver und Frank­furt am Main und trans­por­tierte mit 150 eige­nen Wagen täg­lich 300 Ton­nen nach Ber­lin. Haupt­ab­neh­mer waren auch hier Braue­reien. Die größ­ten Natureis­werke, im Besitz nur weni­ger Unter­neh­mer, befan­den sich in der Nähe der Groß­städte Frank­furt, Mün­chen, Nürn­berg und Dres­den, jedoch vor allem bei Ber­lin, wie auch die „Ältes­ten Ber­li­ner Eis­werke Louis Tha­ter“ von 1840.18 In mil­den Win­tern wurde Eis aus Nor­we­gen, der Schweiz und Russ­land zuge­kauft.19

Nach­dem die Markt­ein­füh­rung gelun­gen war, konnte die Natureis­ge­win­nung trotz vie­ler wit­te­rungs­be­ding­ter Wid­rig­kei­ten zu einem erfolg­rei­chen Geschäft ent­wi­ckelt wer­den, denn das sich selbst auf­lö­sen­den Gut sorgte für eine per­ma­nente Nach­frage. Die nicht akzep­tierte Abhän­gig­keit von Natur­pro­zes­sen und das blei­bende wirt­schaft­li­che Risiko trieb gleich­zei­tig die For­schung und Ent­wick­lung der künst­li­chen Eis­her­stel­lung an, die min­des­tens in der Mitte des 16. Jahr­hun­derts mit der Ver­wen­dung von Sal­pe­ter zwecks künst­li­cher Käl­te­er­zeu­gung begann. Aber erst im Laufe des 19. Jahr­hun­derts führte kon­se­quente For­schung zu ver­schie­de­nen che­mi­schen und physikalisch-mechanischen Käl­te­er­zeu­gungs­ver­fah­ren. In Ver­bin­dung mit den unter­schied­li­chen Ver­fah­ren strebte man danach, die Geräte zu ver­klei­nern. Auf der Welt­aus­stel­lung 1862 in Lon­don stellte Fer­di­nand Carré sowohl eine Ammoniak-Absorptionsmaschine, mit der tau­sende von Pfund Eis auf ein­mal her­ge­stellt wer­den konn­ten, wie auch eine Eis­truhe vor, die als Vor­läu­fer des Haus­halts­kühl­schranks gel­ten kann.20 Ins­be­son­dere der Bedarf der Braue­reien für die gleich­mä­ßige Abküh­lung der Bier­würze beför­derte die Nach­frage nach Kühl­sys­te­men, gefolgt von der Fleisch­in­dus­trie, die sich im Zusam­men­spiel mit den Kühl­mög­lich­kei­ten ent­wi­ckelte. Wie auch F. Carré war Carl Linde für Braue­reien tätig und „berich­tet in sei­nen Lebens­er­in­ne­run­gen, daß mit der gerin­gen Natureis­ernte im mil­den Win­ter 1883/84 ‚eine Sturz­flut von Auf­trä­gen’ über ihn her­ein­bricht.“ Linde wei­ter: “1891 stan­den 747 mei­ner Käl­te­ma­schi­nen in 445 Braue­reien in Gebrauch.“21

Die Natureis­ver­wen­dung erhielt somit zuneh­mend Kon­kur­renz durch die indus­tri­elle Pro­duk­tion von Block­eis und den Ein­satz von gro­ßen Käl­te­ma­schi­nen. Der Ein­zug der klei­nen tech­ni­schen Kühl­ge­räte als Ersatz für die mit Block­eis befüll­ten, dop­pel­wan­di­gen Schränke in den Pri­vat­haus­hal­ten zog sich jedoch über meh­rere Jahr­zehnte hin. Noch „nach 1925 fah­ren im Som­mer jeden Mor­gen drei­ßig Eis­wa­gen durch die Stra­ßen Frank­furts, und jeder Kut­scher hat 200 bis 300 Kun­den zu belie­fern.“22 In Deutsch­land dau­erte es bis in 1930er Jahre, bis eini­ger­ma­ßen wirt­schaft­lich arbei­tende Haus­halts­kühl­schränke von der wohl­ha­ben­den Ober­schicht kon­su­miert wer­den konn­ten. 1937 wurde die Aus­stat­tung mit Kühl­schrän­ken im Deut­schen Reich auf ca. 80.000 und damit ca. 0,5–1% der Haus­halte geschätzt.23 Das natio­nal­so­zia­lis­ti­sche Regime för­derte die Ent­wick­lung eines „Volks­kühl­schranks“ zu einem gerin­gen Anschaf­fungs­preis im Sinne sei­ner Aut­ar­kie­po­li­tik. Unter ande­rem sollte Lebens­mit­tel­ver­lus­ten ent­ge­gen­ge­wirkt wer­den, und so lau­tete die Parole: „Kampf dem Ver­derb“.24 Kriegs­be­dingt wur­den die Ziele nicht erreicht, doch in der Nach­kriegs­zeit griff man auf die Ent­wick­lungs­er­geb­nisse zurück.25 Es begann der Wer­be­feld­zug für den Kühl­schrank, der zu den Sym­bo­len für das Motto „Wohl­stand für alle“ gehörte, obwohl eine sinn­volle Kosten-Nutzen-Relation lange noch nicht für alle Schich­ten galt. Erst Mitte der 1970er Jahre war der Markt in der BRD annäh­rend gesät­tigt, nach­dem durch neue Fer­ti­gungs­me­tho­den die Anschaf­fungs­kos­ten deut­lich gesenkt wer­den konn­ten.26 Heute gehört der Kühl­schrank zur selbst­ver­ständ­li­chen Küchen­aus­stat­tung, obwohl bei genaue­rer Betrach­tung nach wie vor seine Not­wen­dig­keit in Frage gestellt wer­den könnte. Heu­tige Ein­kaufs­mög­lich­kei­ten und eine kaum noch not­wen­dige Vor­rats­hal­tung sowie Strom­ver­brauch und betriebs­not­wen­dige Schad­stoffe könn­ten dabei in die aktu­elle Kosten-Nutzen-Rechnung ein­flie­ßen.27

Fest­zu­stel­len bleibt, dass die Pro­duk­tion und Nut­zung von Natureis und künst­lich erzeug­ter Kälte in Deutsch­land über einen lan­gen Zeit­raum gleich­zei­tig kom­mer­zi­ell betrie­ben wurde.

Eisherstellung, Eishandel und Eislagerung in Kiel

Die Ein­rich­tun­gen der Natureis-Industrie in Europa und Deutsch­land sind nur in Tei­len erforscht, so Ste­phan Lüt­gert.28 Er hat sich der Anla­gen in Ham­burg und Schleswig-Holstein ange­nom­men und Daten über 234 (ehe­ma­lige) Eis­werke und Kühl­häu­ser recher­chiert und zum Teil auch foto­gra­fisch doku­men­tiert. Die bei­den hier haupt­säch­lich vor­ge­stell­ten Eis­werke am Schreven­teich in Kiel wur­den von Lüt­gert nicht erfasst und in Bezug auf die Eis­werke am Dra­chen­see sind seine Dar­stel­lun­gen etwas unge­nau. Somit wird hier eine wei­tere kleine For­schungs­lü­cke geschlos­sen.

Der Eiskeller am Kieler Schloss

Vor den umwäl­zen­den Um- und Aus­bau­ten im Kie­ler Stadt­ge­biet, die um 1865 ein­setz­ten, exis­tier­ten etli­che Tei­che und Bäche. Sie wur­den nach und nach kana­li­siert, zuge­schüt­tet und bebaut. Es kann zwar ange­nom­men wer­den, dass die Bevöl­ke­rung sich Eis, wenn vor­han­den, zunutzte machte, Belege gibt es jedoch nicht.

Der ein­zige Nach­weis aus der Zeit vor der soge­nann­ten zwei­ten Stadt­gün­dung, das heißt vor der Ernen­nung zum Kriegs­ha­fen des Deut­schen Bun­des 1867 und zum Reichs­kriegs­ha­fen 1871 mit der ent­spre­chen­den Stadt­er­wei­te­rung, bezieht sich auf einen „gantz verfallene[n] Eys-keller“ beim Kie­ler Schloss. Der Archi­tekt Rudolf Dal­lin schlug 1727 in einem Kos­ten­vor­an­schlag den Neu­bau des bereits 1708 aus­ge­bes­ser­ten Gebäu­des vor. Er plante einen acht­ecki­gen, höl­zer­nen Bau. Ein Plan von 1740 zeigt einen run­den Eis­kel­ler aus Feld­stei­nen, des­sen Dach 1763 zwecks bes­se­rer Kon­ser­vie­rung des Eises ver­grö­ßert wurde.29 Nicht belegt ist die Bezugs­quelle für das Eis. Es liegt jedoch nahe, dass es aus dem damals noch herr­schafts­ei­ge­nen Schreven­teich bezo­gen wurde.

Die Eiskeller auf den Gütern Schulenhof und Schwartenbek

Eiskeller auf Gut Schwartenbek bei Kiel. Foto: Karen Heide, 2005.
Eis­kel­ler auf Gut Schwar­ten­bek bei Kiel. Foto: Karen Heide, 2005.

Mit wel­chem Eis die guts­ei­ge­nen Eis­kel­ler in Schu­len­hof und Schwar­ten­bek gefüllt wur­den, ist nicht belegt, ver­mu­tet wer­den kön­nen die zahl­reich vor­han­de­nen nahe­ge­le­gen Gewäs­ser. Auf dem Gut Schu­len­hof, heute Orts­teil Schu­len­see der Gemeinde Molf­see, soll bis 1918 ein nach 1873 errich­te­tes, ca. 36 qm gro­ßes, höl­zer­nes Eis­haus gestan­den haben.30

Der in einen klei­nen Hang gebaute Eis­kel­ler auf Gut Schwar­ten­bek befin­det sich noch heute in der Nähe des Haupt­hau­ses. Ein geschweif­ter Schau­gie­bel aus rotem Back­stein und wei­tere Zie­r­ele­mente ver­lei­hen dem Funk­ti­ons­bau eine auf­wer­tende und ein­zig­ar­tige Note. Schwar­ten­bek wurde im 18. Jahr­hun­dert ange­legt und mehr­fach umge­baut. Das heu­tige, in baro­cki­sie­ren­der Archi­tek­tur aus­ge­führte Haupt­haus stammt aus dem Jahr 1923. Der Eis­kel­ler bzw. seine Bestand­teile sind nicht genau datiert, und ver­mut­lich ist die Anlage im Gan­zen älter als der Schau­gie­bel.31

Der Eiskeller der Akademischen Heilanstalten

Plan des Eiskellers „der klinischen Universitätsanstalten zu Kiel“. A = Eisraum, B = Eingangsschleuse, C = Luftschicht zur Isolierung, D = Erdanschüttung. Original in der TU Berlin. Aus: Heintze 2012, S. 5.
Plan des Eis­kel­lers „der kli­ni­schen Uni­ver­si­täts­an­stal­ten zu Kiel“. A = Eis­raum, B = Ein­gangs­schleuse, C = Luft­schicht zur Iso­lie­rung, D = Erd­an­schüt­tung. Ori­gi­nal in der TU Ber­lin. Aus: Heintze 2012, S. 5.

Über die Kon­struk­tion des stei­ner­nen Eis­kel­lers der Aka­de­mi­schen Heil­an­stal­ten (Uni­ver­si­täts­kli­ni­ken), in den 1870er Jah­ren für 12.000 Mark erbaut, liegt von dem aus­füh­ren­den und auf Eis­be­häl­ter spe­zia­li­sier­ten Kie­ler Archi­tek­ten Joseph E. Mose (1825–1898) eine aus­führ­li­che Beschrei­bung vor. Ein Plan wird in der Biblio­thek der TU Ber­lin archi­viert und ist im Inter­net zugäng­lich.32 Die Sohle des run­den Gebäu­des wurde mög­lichst tief gelegt, die dop­pelte Umfas­sung war einen Meter breit, und die Kon­struk­tion nutzte vor­nehm­lich Luft als Iso­lie­rung. Der Archi­tekt hatte eine schwie­rige Auf­gabe zu lösen, denn: „Da es in dor­ti­ger Gegend leicht Win­ter gibt, wäh­rend wel­cher kein Eis gewon­nen wer­den kann, so lag die Auf­gabe vor, den Eis­be­häl­ter so groß zu bemes­sen, dass der Inhalt für zwei Som­mer aus­rei­che.“33

Der Eishandel

Mit Zink ausgekleideter Holzkühlschrank, um 1900. Stadt- und Schifffahrtsmuseum Kiel. Foto: Karen Heide, 2005.
Mit Zink aus­ge­klei­de­ter Holz­kühl­schrank, um 1900. Stadt- und Schiff­fahrts­mu­seum Kiel. Foto: Karen Heide, 2005.

Es ist kaum ver­wun­der­lich, dass der kom­mer­zi­elle Eis­ab­bau und –han­del in Kiel in den 1870er Jah­ren akten­kun­dig wurde. Die Stadt bot als Werften- und Mari­ne­stand­ort vie­len Men­schen Arbeit, die Ein­woh­ner­zahl wuchs rapide und damit der Bedarf an Lebens­mit­teln, die gekühlt wer­den soll­ten, auch hier vor allem das Bier. Abneh­mer für das Eis waren neben Brau­er­ein und Gast­wirt­schaf­ten auch Meie­rei­be­triebe, Kon­di­to­reien, Schlach­te­reien, Fisch­händ­ler, Kran­ken­häu­ser und zuneh­mend pri­vate Haus­halte. Ein zink­ver­klei­de­ter Holz­kühl­schrank, laut Typen­schild von der Kie­ler Firma Johann­sen & Schmie­lau, aus der Zeit um 1900 befin­det sich im Besitz des Kie­ler Stadt­mu­se­ums.

Im Januar 1889 hat­ten die Kran­ken­an­stal­ten in Gaar­den in der Kie­ler Zei­tung eine Aus­schrei­bung für Eis­lie­fe­rung ver­öf­fent­licht, was dar­auf schlie­ßen lässt, dass es auch dort einen grö­ße­ren Eis­kel­ler gege­ben haben muss. Eine Woche spä­ter berich­tete die Zei­tung:

„Das anhal­tende Frost­wet­ter ver­an­lasst Braue­reien und Meie­reien zum Eis­kauf. Abge­fah­ren wird vom Schu­len­see, Dreck­see, Holz­wiese am Vieh­bur­ger Gehölz und aus dem Teich an der ‚Perle‘. 16–20 Wagen­la­dun­gen sieht man voll bela­den hin­ter­ein­an­der die Ham­bur­ger Chaus­see zur Stadt fah­ren“.34

Die bis zu 5 Zoll dicken Eis­schol­len wur­den für 2 Mark je Fuder ver­kauft.35 Den­noch schien das Eis nicht aus­zu­rei­chen. In jenem Jahr wur­den 763,4 Ton­nen Eis aus Däne­mark bezo­gen.36

Einige Braue­reien, die auch in Kiel zu den Haupt­kon­su­men­ten von Block­eis gehör­ten, ver­sorg­ten sich über gepach­tete Was­ser­flä­chen selbst. Als Eis­händ­ler tritt vor allem die Firma Mord­horst in Erschei­nung.

Aus den lücken­haf­ten Sta­tis­ti­ken der Kie­ler Han­dels­kam­mer von 1889 bis 1905 lässt sich nicht able­sen, wie viele und wel­che Fir­men am über­re­gio­na­len Eis­han­del betei­ligt waren. Auch las­sen sich die extre­men Schwan­kun­gen und Zusam­men­hänge zwi­schen Ein- und Aus­fuhr­men­gen ohne wei­tere Para­me­ter, wie zum Bei­spiel Wit­te­rungs­ver­hält­nisse, nicht ana­ly­sie­ren. Einige Men­gen sol­len hier jedoch genannt wer­den, um die Dimen­sio­nen zu ver­an­schau­li­chen. Im Jahr 1889 wur­den aus Däne­mark 763 Ton­nen Eis impor­tiert, 1891 bis 1893 gab es keine Importe. Statt­des­sen wur­den 16 Ton­nen im Bereich der Kie­ler Förde aus­ge­lie­fert. Erst wie­der im Jahr 1894 bezog man Eis aus Nor­we­gen und in die­sem Jahr wurde mit 13.854 Ton­nen die Spitze erreicht. Gleich­zei­tig lie­ferte man 5,3 Ton­nen Eis in die Häfen der Kie­ler Förde und dar­über hin­aus. Ein Jahr spä­ter kam nicht ein­mal mehr die Hälfte aus dem Aus­land, dafür wurde mehr Eis aus­ge­führt. Die Spitze bei der Aus­fuhr ist 1896 aus­ge­wie­sen. Mit 115,5 Ton­nen lag sie in die­sem Jahr bei ca. 7 Pro­zent der Ein­fuhr­menge.

Der Eisabbau in Kiel

Galgenteich

Vier Braue­rei­be­sit­zer, die den Gal­gen­teich37 zum Eis­ab­bau nutz­ten, strit­ten 1874 um die Abbau­men­gen. Seit­dem wurde die Was­ser­flä­che im Win­ter plan­mä­ßig nach Qua­drat­me­tern zwi­schen den Päch­tern Aktien-Brauerei, Stocks, Arp, Schlü­ter & Co. und Ebers auf­ge­teilt. Die Braue­rei Stocks unter­hielt außer­dem einen Eis­schup­pen.38 1882 über­nahm der Stein­set­zer und Pfer­de­fuhr­wer­ker Fried­rich Mahnke die Ern­te­flä­che und den Eis­schup­pen von Stocks. Doch auch zur Fami­lie Mahnke gehörte ein Bier­händ­ler, der in der Schloß­straße ein Geschäft betrieb.39 Die Pacht­ver­träge wur­den jeweils über fünf Jahre geschlos­sen, um unre­gel­mä­ßi­ges Wet­ter aus­zu­glei­chen. Die letz­ten Ver­pach­tun­gen lie­fen von 1882 bis ein­schließ­lich dem Win­ter 1887/88, in denen die Stadt ins­ge­samt 438 Mark pro Jahr Gebüh­ren für die Eis­ent­nahme erhob.40

Nach dem Tod Fried­rich Mahn­kes führte seine Frau Helene den Betrieb wei­ter. Frau Mahnke wohnte in der Alten Reihe 12 (heu­ti­ges Gelände der Ostseehalle/Sparkassen-Arena) und ist im Adress­buch als Betrei­be­rin von „Mol­ke­rei, Kin­der­milch­sta­tion und Eis­han­del“ auf­ge­führt.41 Auch sie hatte also einen Eigen­be­darf an Kühl­mit­teln für die ande­ren Geschäfts­zweige.

Im März 1887 brannte ihr Eis­schup­pen ab. Da zu die­sem Zeit­punkt bereits beschlos­sen war, dass der Gal­gen­teich nach dem nächs­ten Win­ter zuge­schüt­tet und bebaut wer­den sollte, bean­tragte Helene Mahnke bei der Stadt­ver­wal­tung die Anpach­tung von zwei Klein­gar­ten­par­zel­len am Schreven­teich zwecks Ein­rich­tung einer Eis­fa­brik und erhielt die von ihr gewünsch­ten Par­zel­len am Süd­ufer des Tei­ches (heute Arndt­platz). Sie musste eine erhöhte Pacht von 100 Mark pro Jahr zah­len, da „die dane­ben gele­ge­nen übri­gen Gär­ten durch die pro­jec­tierte Anlage eines Eis­hau­ses für Gar­ten­lieb­ha­ber ent­schie­den an Werth“ ver­lo­ren. Das Eis­haus wurde 1888 errich­tet.42

Schreventeich

Elevator, hier eines Eisspeichers in Rixdorf (heute Berlin-Neukölln), um 1899. Original in der TU Berlin. Aus: Heintze 2012, S. 37.
Ele­va­tor, hier eines Eis­spei­chers in Rix­dorf (heute Berlin-Neukölln), um 1899. Ori­gi­nal in der TU Ber­lin. Aus: Heintze 2012, S. 37.

Bereits im Jahr 1873 hatte der Kauf­mann, Gast­wirt und Stadt­rat Hein­rich Wich­mann auf der soge­nann­ten „Klein-Kielstein-Koppel“ am nörd­li­chen Ufer des Schreven­teichs vier Klein­gar­ten­par­zel­len gepach­tet und ein Eis­haus errich­ten las­sen. Wich­mann erhielt eine Men­gen­zu­wei­sung, ansons­ten gab es auf dem Schreven­teich keine Zutei­lungs­flä­chen. So haben die Fuhr­leute der Braue­rei Ebers im Win­ter 1876/77 aus der zuge­wie­se­nen Flä­che im Gal­gen­teich 1483 m3 und von dem frei zugäng­li­chen Schreven­teich 1072 m3 Eis geholt, ins­ge­samt also 2555 Fuder.43

Der mit sei­nem Eis­haus ansäs­sige Wich­mann erhielt die Erlaub­nis, für einen Auf­se­her ein Wohn­haus mit Pfer­de­stall zu bauen unter der Bedin­gung, „dass jeg­li­cher Urin und sons­ti­ger Abfluß nie­mals in das Was­ser des Schreven­tei­ches wird gelan­gen kön­nen.“44 In die­sem Haus wohnte 1889 der Arbei­ter Wil­helm Lucht mit sei­ner Frau Anna, was aus der Geburts­ur­kunde ihres Soh­nes Karl vom 4. Sep­tem­ber d.J. her­vor­geht, in der als Adresse „Kno­oper Weg – Eis­haus ohne Num­mer“ genannt wird.45 Im Adress­buch der Stadt lau­tet der Ein­trag in die­ser Zeit „Wichmann’s Eis­haus“. Ab 1895 ist nur noch die Bezeich­nung „Eis­haus“ ange­ge­ben und als Besit­zer die „Kie­ler Eis­werk GmbH“, deren Kon­tor sich in der Hafen­str. 11 befand und deren Geschäfts­füh­rer der Kauf­mann August Sei­bel war. Bis 1901 exis­tier­ten die „Kie­ler Eis­werke“ am Schreven­teich.46 Danach plante das Unter­neh­men den Umzug an den Kop­per­pah­ler Teich in Kronsha­gen.47

Schräg gegen­über von „Wich­manns Eis­haus“ am öst­li­chen Ufer errich­tete 1888 Helene Mahnke ihren Betrieb am Süd­ufer, nach­dem ihrem Antrag trotz der, jedoch nur lah­men, Beden­ken des Stadt­rats und Kon­kur­ren­ten Wich­mann ent­spro­chen wor­den war. Ein Jahr dar­auf bat sie erfolg­reich um die Erlaub­nis, an bei­den Enden des Eis­schup­pens einen zwei Meter hohen Plan­ken­zaun mit abschließ­ba­ren Durch­gangs­tü­ren errich­ten zu dür­fen, „um einen Eise­le­va­tor auf­stel­len zu kön­nen und die Dampf­ma­schine pp. gegen ruch­lose Hände schüt­zen zu kön­nen.“48

Helene The­rese Mahnke, geb. Schlü­ter (1857–1920), hei­ra­tete 1890 den aus Mei­mers­dorf stam­men­den Land­wirts­sohn Ernst Det­lev Mord­horst (1864–1942), der eben­falls in der Alten Reihe 12 und als „Ver­wal­ter der Fa. Mahnke“ gemel­det war.49 Nach der Hei­rat über­nahm er das Eis­werk am Schreven­teich, das bis 1901 als „Mord­horst­scher Eis­schup­pen“ bezeich­net wurde.50

Beide Eis­werke am Schreven­teich muss­ten dem Pro­jekt „Hohen­zol­lern­park“ wei­chen. Der Mord­horst­sche Eis­schup­pen machte Platz für den Arndt­platz als reprä­sen­ta­ti­vem Entree für den neuen Park und die „Kie­ler Eis­werke“ wichen an der Ecke Goethestraße/Humboldtstraße dem Elek­tri­zi­täts­werk.

Drachensee

Im Fir­men­re­gis­ter der Han­dels­kam­mer zu Kiel erscheint Ernst Det­lev Mord­horst als Betrei­ber von vier Gewer­ben: Roll­fuhr­werk­be­sit­zer, Stein­set­zer­ge­schäft, Bau­un­ter­neh­mung und Eis­han­del. 1894 kaufte Mord­horst den „Dreck­see“, heute Dra­chen­see, an der Ham­bur­ger Chaus­see in Has­see und rich­tete dort sein zwei­tes Eis­werk mit zwei gro­ßen Schup­pen ein. Die Wände waren ca. einen Meter dick und mit Torf iso­liert.51 Ein dampf­be­trie­be­ner Ele­va­tor trans­por­tierte das Eis von der Abbau­stelle im See in die Lager­hal­len. 1909 kam ein wei­te­rer Schup­pen mit Pfer­de­stäl­len hinzu, so dass sich ver­mut­lich eine Gesamt­la­ger­flä­che von ca. 2000 m2 ergab.52

Fami­lie Mord­horst ließ 1903 auf dem Gelände ein ers­tes Wohn­haus errich­ten53 und stellte zur glei­chen Zeit erfolg­reich den Antrag beim Regie­rungs­prä­si­den­ten, das Gewäs­ser in „Dra­chen­see“ umbe­nen­nen zu dür­fen.54 1925 ent­stand durch Umbau und Erwei­te­rung eines Vor­gän­ger­baus die Villa „Haus Dra­chen­see“, die heute noch vor­han­den ist.

Der 1892 gebo­rene Sohn von Helene und Ernst Mord­horst kam im 1. Welt­krieg ums Leben. Hele­nes Söhne aus ers­ter Ehe, Fritz und Karl Mahnke, von Beruf Inge­nieure, erhiel­ten zunächst für einige Jahre Pro­kura in der Firma E. Mord­horst, bevor sie 1920 als Gesell­schaf­ter in das Geschäft ein­tra­ten.55 Mitte der 1930er Jahre wurde das Eis­werk noch in einem Mit­glieds­ver­zeich­nis der Lebens­mit­tel­in­dus­trie auf­ge­führt. Doch 1938 stellte Mord­horst einen Bau­an­trag zur Errich­tung eines Wagen­schup­pens an der Stelle der Eis­schup­pen und ver­kaufte das Gelände wenig spä­ter an die Kie­ler Brot- und Gebäck­fa­brik Joh. Stef­fens. Seit 1952 gehö­ren Grund­stück und See der Stadt Kiel.56

Künstliches Eis

Zur Abrun­dung des The­mas fol­gen noch einige kurze Hin­weise zur kom­mer­zi­el­len Kunst­eis­fa­bri­ka­tion in Kiel.

Firma Mordhorst

Um das Jahr 1900, als das Natureis­werk am Schreven­teich auf­ge­ge­ben wer­den musste, erwei­terte Ernst Mord­horst seine Firma um die „Kie­ler Kris­tal­leis­fa­brik“ im Sophien­blatt 58 in Kiel (Bahn­hofs­nähe). Ver­mut­lich bis zu den Kriegs­schä­den 1942 wurde dort Kunst­eis pro­du­ziert.57

Firma Dornbräu (später Dorn Biervertriebs GmbH)

1905 errich­tete die Firma „Dorn­bräu“ in der Brau­straße 5–7 in Has­see eine Braue­rei, die 1926 auf­ge­ge­ben wurde. Statt­des­sen ent­stan­den dort um 1930 eine Nudel­fa­brik und in Kon­kur­renz zur Firma Mord­horst eine Eis­fa­brik, deren Betriebs­dauer nicht bekannt ist. Auch diese Fabrik wurde 1943 beschä­digt.58

Seefischmarkt

Im Jahr 1953 über­nahm die Kie­ler See­fisch­markt GmbH das Eis­werk von der Hoch­see­fi­sche­rei Kiel. Das Werk pro­du­zierte mit einer Kapa­zi­tät von ca. 100 Ton­nen pro Tag das Eis, das für die Ver­sor­gung von Fische­rei und Fisch­wirt­schaft benö­tigt wurde. 1975 wurde der Betrieb ein­ge­stellt.59

Gekürzte Ver­sion ver­öf­fent­licht in: „mit­ten­drin” – Maga­zin der Stadt­werke Kiel 12/2005.

Literatur

  • Gie­dion, Sig­fried (1982): Die Herr­schaft der Mecha­ni­sie­rung. Ein Bei­trag zur anony­men Geschichte [Ori­gi­nal: Mecha­niza­t­ion Takes Com­mand, Oxford, 1948], Frank­furt a. M.
  • Heintze, Nor­bert (2012): Eis­kel­ler und Eis­werke in Ber­lin und Bran­den­burg. Pri­vat­ver­öf­fent­li­chung als pdf; www.Eiskeller-Brandenburg.de; Zugriff am 7.10.2012.
  • Hell­mann, Ull­rich (1990): Künst­li­che Kälte. Die Geschichte der Küh­lung im Haus­halt. Gies­sen.
  • Lüt­gert, Ste­phan (1994): Eis­kel­ler im Alt­kreis Eckern­förde, in: Jahr­buch Hei­mat­ge­mein­schaft Eckern­förde e.V., 52/1994, S. 89–101.
  • Lüt­gert, Ste­phan A. (2000): Eis­kel­ler, Eis­werke und Kühl­häu­ser in Schleswig-Holstein und Ham­burg. Ein Bei­trag zur Kul­tur­land­schafts­for­schung und Indus­trie­ar­chäo­lo­gie. Husum.
  • Sten­der, Det­lef (1993 a): Mühen, Sinne, Kniffe. Vom Küh­len ohne Strom. In: „Das Para­dies kommt wie­der …“. Zur Kul­tur­ge­schichte und Öko­lo­gie von Herd, Kühl­schrank und Wasch­ma­schine. Kata­log zur gleich­na­mi­gen Aus­stel­lung, hg. vom Museum der Arbeit. Ham­burg, S. 78–99.
  • Sten­der, Det­lef (1993 b): Das bit­tere Ende. Öko­lo­gi­sche Aspekte des Kühl­schranks. In: „Das Para­dies kommt wie­der …“. Zur Kul­tur­ge­schichte und Öko­lo­gie von Herd, Kühl­schrank und Wasch­ma­schine. Kata­log zur gleich­na­mi­gen Aus­stel­lung, hg. vom Museum der Arbeit. Ham­burg, S.100–107.

Quellen

  • http://www.seefischmarkt-kiel.de/index.php?/Informationen/Unternehmen/geschichte.html; Zugriff am 7.10.2012.
  • Stadt­ar­chiv Kiel, Nr. 9331 Akte betr. Gal­gen­teich.
  • Stadt­ar­chiv Kiel, Nr. 10230 und 10231: Gewerbesteuer-Notiz-Register.
  • Stadt­ar­chiv Kiel, Nr. 10293 und 10294 Ver­pach­tung und Kün­di­gung von Pacht­gär­ten 1901–1902.
  • Stadt­ar­chiv Kiel, Nr. 10328 Zuschüt­tung des Gal­gen­tei­ches.
  • Stadt­ar­chiv Kiel, Nr. 19120 Antrag auf Ein­frie­di­gung um einen Eise­le­va­tor 1889.
  • Stadt­ar­chiv Kiel, Nr. 22050 Ver­pach­tung der Gär­ten Klein-Kielstein-Koppel.
  • Stadt­ar­chiv Kiel, Nr. 21692 Umbe­nen­nung Dreck­see 1903.
  • Stadt­ar­chiv Kiel, Nr. 21812 Ver­pach­tung der Par­zel­len der Schreven­teich­kop­pel an die Witwe Helene Mahnke behuf Erbau­ung eines Eis­schup­pens 1887.
  • Stadt­ar­chiv Kiel, Nr. 23953 Ver­kauf Bau­plätze Block B Schreven­teich­ge­lände 1904.
  • Stadt­ar­chiv Kiel: Adress­bü­cher der Stadt Kiel 1886–1903.
  • Stadt­ar­chiv Kiel: Ver­wal­tungs­be­richte der Stadt Kiel 1891–96; 1897–1900; 1901–1906.
  • Stadt­ar­chiv Kiel: Berichte der Han­dels­kam­mer zu Kiel.
  • Stadt­ar­chiv Kiel: Gun­ter Bol­wig, Die Bebau­ung der Schreven­teich­län­de­reien im ers­ten Jahr­zehnt des 20. Jahr­hun­derts. Unver­öf­fentl. maschi­nen­schriftl. Manu­skript. Kiel 1995.
  • Stadt­ar­chiv Kiel: Wal­ter Mord­horst, Chro­nik der Fami­lie Mord­horst. Kiel 1994.
  • Kie­ler Zei­tung, 7.1.1889 mor­gens
  • Kie­ler Zei­tung, 12. 1.1889 abends
  • Kie­ler Zei­tung, 5.1.1901 mor­gens
  • Kie­ler Zei­tung, 10.1.1901 mor­gens
  • Kie­ler Zei­tung, 19.6.1901 abends
  • Kie­ler Zei­tung, 22. 9.1901 mor­gens
  • Kie­ler Zei­tung, 18.2.1902 abends
  • Kie­ler Nach­rich­ten, 25.5.1964 – Wil­helm Rei­mer: Lebens­er­in­ne­run­gen.
  • Kie­ler Nach­rich­ten, 22.3.2006, S. 31: „Wer kauft schon Eis aus dem Dreck­see?“ von J. Ruske.
  • Amts­ge­richt Kiel, Regis­ter­ge­richt: Fir­men­re­gis­ter, betr. Fa. Mord­horst: 1875–1897, Register-Nr. 1811; Akten zum Fir­men­re­gis­ter Bd. 83 Blatt 1: Über­tra­gen ins Han­dels­re­gis­ter Abt. A No 447 H.R.A. 447 20. Sept. 1902.
  • Tele­fon­in­ter­views mit Frau Monika Spauke, Kiel, 18.10.2005 und Herrn Gun­ter Bol­wig, Kiel, 24.10.2005.

Fußnoten

  1. Der Schreven­teich war seit der Stadt­grün­dung bis 1862 lan­des­herr­li­cher Besitz, wor­aus sich auch der Name ablei­tet: des Gra­fen Teich = platt­deutsch: ’s gre­fen dieck = Schreven­teich. 1947 wurde der um den Teich ange­legte Park in Anleh­nung an den vor­han­de­nen Namen von „Hohen­zol­lern­park“ in „Schre­ven­park“ umbe­nannt.
  2. Kie­ler Zei­tung, 5.1.1901 mor­gens.
  3. Kie­ler Zei­tung, 10.1.1901 mor­gens: „… Bei den Kie­ler Eis­wer­ken wird wegen der guten Ernte ein Lager­ge­bäude ange­baut.“
  4. Kie­ler Zei­tung, 22.9.1901 mor­gens.
  5. Eine aus­führ­li­che Über­sicht mit Beschrei­bun­gen und Fotos siehe Lüt­gert 2000. In dem Kom­pen­dium sind die in die­sem Text beschrie­be­nen Eis­werke in Kiel jedoch nicht zu fin­den.
  6. Hell­mann 1990, S. 28.
  7. Vgl. Hell­mann 1990.
  8. Hell­mann 1990, S. 29; siehe auch Lüt­gert 2000, S. 9–13.
  9. Siehe Hell­mann 1990, S. 30–31.
  10. Hell­mann 1990, S. 32–33.
  11. Hell­mann 1990, S. 34.
  12. Sten­der 1993 a, S. 80; vgl. auch Hell­mann 1990, S. 36–37.
  13. Vgl. Hell­mann 1990, S. 91.
  14. Hell­mann 1990, S. 37 f. und S. 47.
  15. Vgl. Gie­dion 1982, S. 646.
  16. Vgl. Hell­mann 1990, S. 50 und Lüt­gert 2000, S. 12.
  17. Ein­ge­setzt wur­den: Schnee­räu­mer, Hobel zum Glät­ten, Pferde- oder Dampf-Eispflüge, Eis­haken, Eis­ga­beln, Eis­mei­ßel, dampf­be­trie­bene Ele­va­to­ren. Vgl. Hell­mann 1990, S. 54 und Gie­dion 1982, S. 645.
  18. Vgl. Lüt­gert 2000, S. 12–13.
  19. Vgl. Hell­mann 1990, S. 39.
  20. Vgl. Gie­dion 1982, S. 648–650.
  21. Carl Linde: Aus mei­nem Leben und von mei­ner Arbeit. Unver­änd. Nach­druck der 1916 erschie­nen Auf­zeich­nun­gen. Mün­chen 1979, zit. bei Hell­mann 1990, S. 60.
  22. Hell­mann 1900, S. 91.
  23. Siehe Sten­der 1993 a, S. 84.
  24. Siehe Hell­mann 1990, S. 109–117.
  25. Vgl. Hell­mann 1990, S. 113.
  26. Siehe Sten­der 1993 a, S. 85–89.
  27. Vgl. Sten­der 1993 b.
  28. Lüt­gert 2000, S. 16–17.
  29. Siehe Lüt­gert 2000, S. 204. Belege im Lan­des­ar­chiv Schleswig-Holstein, Abt. 8.2 Nr. 171.
  30. Siehe Lüt­gert 2000, S. 208.
  31. Siehe Lüt­gert 2000, S. 208 und Wilde, L. (Bearb.): Denk­mal­to­po­gra­phie der Lan­des­haupt­stadt Kiel, Neu­müns­ter 1995, S. 540–542.
  32. Siehe Heintze 2012, S. 5. In Heint­zes Internet-Veröffentlichung befin­den sich viele impo­sante Fotos und andere Abbil­dun­gen von Eis­in­dus­trie­an­la­gen, vor­nehm­lich in und um Ber­lin.
  33. Lüt­gert 2000, S. 205–206. Lüt­gert zitiert aus­führ­lich die Ver­öf­fent­li­chung von J.E. Mose: Bei­trag zur Frage: ob Eis­haus oder Eis­kel­ler. In: Baugewerks-Zeitung 10, 1878, Sp. 187 f.
  34. Kie­ler Zei­tung, 7.1.1889 mor­gens.
  35. Kie­ler Zei­tung, 12. Januar 1889 abends. Mit der „Perle“ ist das Hotel zur Perle der Gebr. Bra­cker, ab 1900 der Gebr. Busse gemeint. In den Zei­tun­gen wirbt das Unter­neh­men mit Frei­zeit­ver­gnü­gen auf der Eis­bahn incl. Feu­er­werk. 1 Fuder = ca. 1 m3.
  36. Berichte der Han­dels­kam­mer zu Kiel.
  37. Heute etwa das Gelände zwi­schen Möl­ling­s­traße, Stift­straße und Kronsha­ge­ner Weg.
  38. Kie­ler Stadt­ar­chiv, Nr. 9331 und Nr. 10328.
  39. Kie­ler Stadt­ar­chiv, Nr. 10230 und Nr. 10231.
  40. Kie­ler Stadt­ar­chiv, Nr. 10328.
  41. Adress­buch der Stadt Kiel 1883.
  42. Kie­ler Stadt­ar­chiv, Nr. 21812.
  43. Kie­ler Stadt­ar­chiv, Nr. 9331.
  44. Kie­ler Stadt­ar­chiv, Nr. 22050.
  45. Tele­fo­ni­sche Aus­kunft von Frau M. Spauke, Kiel, am 18.10.2005. Frau Spauke ist die Enke­lin von Karl Lucht, der 1987 mit 98 Jah­ren ver­starb. Frau Spauke berich­tete, dass ihr Urgroß­va­ter, Wil­helm Lucht, bis ca. 1900 in dem Eis­haus am Schreven­teich gewohnt habe und dann zum Kop­per­pah­ler Teich in Kronsha­gen umge­zo­gen sei, eben­falls in ein Eis­haus. Außer­dem erzählte Frau Spauke eine Fami­li­ena­n­ek­dote, die ihr Groß­va­ter immer wie­der erzählt habe, auch und beson­ders, als er, an Demenz erkrankt, im Pfle­ge­heim geba­det wurde: Anna Lucht, die Mut­ter von Karl, konnte nicht schwim­men und hatte immer Angst um ihre am Schreven­teich spie­len­den Kin­der. Daher hatte sie eine Harke am Haus ste­hen, denn man­ches Mal fiel tat­säch­lich eines der Kin­der in den Teich und die Mut­ter fischte es an den Hosen­trä­gern wie­der her­aus. Wenn sie ihre Mut­ter ärgern woll­ten, rie­fen die Kin­der laut­hals: „Ik suup af!“
  46. Adress­bü­cher der Stadt Kiel 1889 ff.
  47. Kie­ler Stadt­ar­chiv, Nr.10293 und Nr. 10294.
  48. Kie­ler Stadt­ar­chiv, Nr. 19120: Brief von Frau M. an die Feld- und Wege­kom­mis­sion der Stadt Kiel am 29. 11.1889.
  49. Adress­buch der Stadt Kiel 1890.
  50. Wal­ter Mord­horst (1994): Chro­nik der Fami­lie Mord­horst. Stadt­ar­chiv Kiel und Fir­men­re­gis­ter der Han­dels­kam­mer zu Kiel, Register-Nr. 1811.
  51. Kie­ler Nach­rich­ten, 22.3.2006, S. 31.
  52. Vgl. Lüt­gert 2000, S. 207. Die von S. Lüt­gert aus­ge­wer­te­ten Bau­ak­ten sind unvoll­stän­dig und ent­hal­ten keine Anga­ben über die genaue Flä­che und Höhe der Gebäude.
  53. Vgl. Lüt­gert 2000, S. 208.
  54. Kie­ler Stadt­ar­chiv, Nr. 21692.
  55. Wal­ter Mord­horst (1994): Chro­nik der Fami­lie Mord­horst. Stadt­ar­chiv Kiel.
  56. Vgl. Lüt­gert 2000, S. 207–208.
  57. Vgl. Lüt­gert 2000, S. 238.
  58. Vgl. Lüt­gert 2000, S. 238.
  59. http://www.seefischmarkt-kiel.de/index.php?/Informationen/Unternehmen/geschichte.html; auf­ge­ru­fen am 7.10.2012.

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